| back to germany | ||
|---|---|---|
| So, 24.10.2010 12:48 | Deutschland | |
| Zwei Tage spaeter geht es zurueck nach Deutschland … elf Stunden Flug zurueck in unser neues altes Leben. Wir werden wohl erst einmal einiges vermissen …: unsere hollaendischen Freunde (die nach unserer Abreise Fahrraeder kaufen und bis nach Vietnam radeln wollen), das Gefuehl von Freiheit, die verschiedenen Landschaften, die Menschen und Kulturen, die uns immer wieder dazu bringen zu hinterfragen und ueber unser eigenes Leben, Mentalitaet und Religion nachzudenken und natuerlich auch die Temperaturen der letzten Monate …
Unsere Reise in Zahlen … Statistik ist alles ;-) 5 ½ Monaten oder 23 Wochen oder 163 Tage unterwegs 7 Laender und 3 Transitlaender 75 mal (also alle 2,17 Tage im Durchschnitt) die Rucksaecke gepackt 11 Naechte am Stueck als laengste Zeit an einem Ort verbracht 9 Naechte in Zuegen, eine Nacht in Fliegern bzw. auf einem Flughafen, 11 Naechte im Zelt und 32 Naechte mit mehr als 2 Personen in einem Zimmer, Zelt oder Abteil verbracht. 10 mal mit einem Flieger abgehoben und dabei 13 Flughaefen gesehen Maximale Zeitverschiebung: plus 7 Stunden Hoechster Punkt auf unserer Reise: knapp 5.000 Meter Hoehe Niedrigster Punkt: bei 18 Meter unter dem Meeresspiegel Schoenster Ort: Gara Laka im Himalaya Sportlichste Aktivitaet: ca. 60.000 Stufen an 2 ½ Tagen Kaeltester Ort: Insel Olchon im Baikalsee mit ca. -15 °C (gefuehlt kaelter) Waermster Ort: New Delhi mit 42°C (gefuehlt waermer) Teuerste Stadt: Moskau Teuerstes Bier in Indonesien = 35.000 Indonesische Rupien (entspricht etwa 3 Euro) Guenstigstes Bier in China = 2,50 RMB (entspricht etwa 30 Cent) Leckerstes Essen: China!! Selbst gekocht: nur einmal (in Irkutsk) Erlebnisse, Eindruecke … ungezaehlt! | ||
| An der Grenze zu Laos | ||
| So, 24.10.2010 12:39 | Thailand | |
| Letzte Station unserer Reise - das Koenigreich Thailand. Als Urlaubsziel vorwiegend bekannt fuer seinen Sueden wollen wir jedoch nach den schoenen Inseln, Straenden und Meer in Indonesien lieber den Norden des Landes erleben. Mit Lisa und Freek und Sarah, einer Amerikanerin, fahren wir mit dem Bus nach Loei und am naechsten Tag weiter bis an den Mekong. Es ist das Ende der Regenzeit. Breit und schnell ziehen die Wassermassen wie ein braunes Band gen Ost. Der im tibetischen Hochland entspringende Mekong legt eine Strecke von fast 5000 Kilometer zurueck bevor er sich bei Vietnam mit dem suedchinesischen Meer vereinigt. Hier im Norden Thailands bildet er die Grenze zu Laos - die Menschen aehneln auch auf thailaendischer Seite in Kultur und Aussehen eher den Laoten, wir bekommen laotisches Bier und laotische Klaenge ueber den Strom. Die letzten Tage sind wundervoll … wir biken entlang des Flusses ohne auch nur einen weiteren Westler dafuer aber viel Natur zu sehen, wir sitzen fast die ganze Nacht auf einer Flossbar auf dem Mekong und erzaehlen und philosophieren mit Lisa und Freek, wir lassen uns den Fahrtwind um die Nase wedeln hinten auf dem Pickup eines freundlichen Thai der uns mit nach Nong Khai nimmt. Nachdem wir uns schweren Herzens von Lisa und Freek verabschiedet haben, fahren wir mit dem Nachtzug zurueck nach Bangkok. Im Restaurantwagen machen einige Thais des Zugpersonals Stimmung - sie trinken selbst gemixtes, haben laute Musik, singen und tanzen dazu. Wir sitzen mittendrin - bei Bier, Zigarette, naechtlicher Stimmung, die am offenen Waggonfenster vorbei zieht und Erinnerungen an den Beginn unserer Reise … | ||
| Inselparadies am Aequator | ||
| Fr, 01.10.2010 14:24 | Indonesien | |
| Indonesien. Mit ueber 17.000 Inseln ist das Land am Aequator der groesste Inselstaat unserer Erde. Hier gibt es Tiger, Orang-Utans, Warane, hier gibt es taeglich Erdbeben und einige der schoensten Unterwassserwelten, hier gibt es unzaehlige Vulkane, Regenwald, Reisfelder, Kaffeeplantagen und Tee. Und hier gibt es ueberall Meer und Straende - natuerlich!
Nach einer Nacht auf Flughaefen und in Fliegern landen wir auf einer der kleineren aber bekanntesten und nach Hoeren-Sagen beliebtesten Insel - Bali. Wir steigen die ersten Tage in Kuta ab - dem Palma de Mallorca fuer Australier. Wir geniessen es, das erste mal auf unserer Reise durch die Wellen zu springen, im Meer zu baden und am Strand entlang zu spazieren. Aber lange haelt es usn hier nicht. Fahren weiter ins Landesinnere und dann weiter gen Ost - nach Lombok auf eines der kleineren vorgelagerten Inselparadiese. Auf der Gili Trawangan gibt es keine motorisierten Fortbewegungsmittel - nur Fahrraeder und Pferdekutschen und ausser den ca. 700 Einwohnern eine Vielzahl Touristen, auch Schildkroeten in Aufzuchtbecken und auf mindstens jeden Einwohner eine Katze. Trotz der vielen Touris und Preise groesser als normales Travelerbudget hat die "Gili T" ihren Charme. Und - damit behaelt der Lonely Planet Recht - die meisten Traveller verbringen hier mehr Zeit als geplant. So werden aus unseren 5 mal eben 10 Tage. Die Zeit nutzen wir aber nicht nur fuer Schnorcheln, Party machen, Nichtstun und die Erfahrung, dass doch nicht von jeder Art Seafood ein Exemplar in meinem Magen Platz findet (die Auswahl ist einfach zu gross oder mein Magen zu klein). Vier Tage verbingen wir damit, unsere Padi Open Water Diving License zu erwerben. Wer hat jemals behauptet, das Lernen im Urlaub Spass macht? Trichtern uns einen ganz Tag lang die Theorie zum Tauchen rein. Dann kommen wir zum schoenen Teil - wie besoffen durch den Pool torkeln, gegenseitig abschleppen, beim Lachen und Grimassen ziehen die Maske fluten und schrille Ahhhhh-Toene unter Wasser erzeugen. Im offenen Wasser entdecken wir eine voellig andere Welt - die Fische, die wir teilweise vom Schnorcheln kennen sehen wir hier in Grossformat, Korallen wachsen wie pilz- und blumenaehniche Skulpturen auf dem Meeresboden und es ist unglaublich schoen, wie schwerelos durchs Wasser zu schweben mit einem Gewicht, dass einen an Land fast in die Knie zwingt. Das ist im wahrsten Sinne Abtauchen! Zurueck in Bali beantragen wir bei der Imigrasi die Verlaengerung unseres Visa, da sich abzeichnet, dass wir laenger in Indonesien bleiben werden. Jipiih, unsere "Beeverbande" ist wieder da! Nach drei Monaten treffen wir unsere hollaendischen Freunde Lisa und Freek, mit denen wir bereits Mongolia und Peking bereist haben, wieder. Im Gepaeck das Kartenspiel, das nur in unserer 4er-Runde so viel Spass macht. Wir mieten eine Woche einen Jeep, um das echte urspruengliche Bali zu finden und uns das nervige Feilschen um jeden ueberteuerten Transport zu ersparen. Die Fahrt wird echt abenteuerlich. Waehrend Mark und Freek das Auto navigieren sitzen Lisa und ich auf und zwischen unseren Backpacks eingekeilt hinter der umgeklappten Ruecksitzbank. So entdecken wir einige schoene Flecken (nicht nur unsere blauen nach jeder Autofahrt ;-), verkosten Kopi und Kakao dort wo er waechst, finden abgelegene Strassen, die mitten durch Reisfelder fuehren und entfernt von Kuta und Sanur auch die Balinesen, die vom Tourismus noch nicht so veraendert sind, dass sie uns nur als wandelndes Dollarzeichen wahrnehmen. Danach hoppen wir, weils so schoen war, zusammen mit Lisa und Freek nochmal zur Gili T. Abends und nachts Party, tagsueber chillen und lazy und Beeverbande. Schluss mit lustig. Wenigstens kurz wollen wir die letzten Tage noch etwas ernstes Traveln erleben. Also - rueber nach Lombok, an 2 Tagen fuer morgens Wecker stellen und Action! Wir schaffen 2 Tempel, drei oder vier Maerkte, etliche Fotos, fuenf Warungs (kleine lokale Restaurants) und das alles zu guenstig Geld. Nebenprodukt: echt indonesisches Lebensgefuehl mit Squad-Klo und Kakerlaken, Wachhunde, die ihren Job noch ernst nehmen und liebsten Einheimischen, die uns herum fuehren oder zu sich nach Hause einladen und mit denen wir zu unserem altbewaehrten Haende-Fuesse-Reden uebergehen! | ||
| Der Sueden Indiens - Same, same but different! | ||
| Fr, 01.10.2010 12:39 | Indien | |
| Ab in den Suuuueden ... nach 5 Tagen in Delhi fliegen wir nach Fort Kochin in Kerala. Hier ist es ganz anders - Palmen, wir sehen das erste mal auf unserer Reise das Meer, die Menschen sind hilfsbereit, ohne dafuer gleich die Hand aufzuhalten, es gibt frischen Fisch in den Lokalen, im Inselinneren Dorfatmosphaere und eine interessante Bazaar-Road ... also der perfekte Ort mal einige Tage Luft zu holen.
Weiter im Sueden in Allepey, das wir in nur 2 Stunden mit dem Bus erreichen, erleben wir das lokale Highlight. Seit 1952 findet hier einmal im Jahr das Nehru Trophy Snake Boat Race statt - wir sind also zur rechten Zeit am rechten Ort zum 57. Rennen. In jedem der langen flachen Snakeboote sitzen teilweise mehr als 100 Mann, die zu Pfiffen und Stampfen ihre Paddel rhythmisch ins Wasser stechen und singen und die Boote voran peitschen. Ich weiss nicht, was beeindruckender ist - die vielen Ruderer, die sich alle gleichmaessig bewegen oder der Rhythmus, der von den Musikern auf den Booten vorgegeben wird, um das Team anzutreiben oder die Schnelligkeit der Boote im Kampf um die Spitze unter der Konkurrenz oder das Publikum, das die Lieder mitsingt, ruft, anfeuert und klatscht. Es ist einfach ansteckend. Mit indischen Fans um uns stehen und springen wir bei jedem Race auf unseren Stuehlen (zum Glueck ist es nicht unsere Tribuene, die so zum Einsturz gebracht wird) und schmettern den Maennern im Boot Schlachtrufe zu. Genug nur am Ufer gestanden - am naechsten Tag wollen wir selbst aufs Wasser. Allerdings shippern wir ganz dekadent im Hausboot durch die Backwaters. Unsere Muskelkraft brauchen wir nur um den Ausloeser der Kamera zu druecken und immer wieder die Gabel zum Mund zu fuehren. Mit drei Mann Besatzung fahren wir durch die Backwaters - Fluesse, Lagunen, Kanaele und Seen, die sich wie ein Netz parallel zur Kueste der Arabischen See ausbreiten, Wasser fuer die Landwirtschaft liefert, die vielen kleinen Doerfer miteinander verbindet und als Strassen fuer die Post, den Besuch der Nachbarn, die Fahrt zur Schule genutzt wird - quasi das Venedig Keralas. Wir fahren vorbei an Siedlungen und zahlreichen Reisfeldern und bekommen so einen kleinen Eindruck des Lebens hier im Hinterland. In einem der Doerfchen bekommen wir auch den angepriesenen Palmwein - vergorener Palmensaft ... probieren muss sein, aber ich ziehe dann doch lieber unseren Federweisser vor ;-) Gut dass wir nur 2 Tage auf unserem Hausboot bleiben - anderenfalls muesste uns unsere Besatzung anschliessend vom Boot rollen oder als Boje umfunktionieren, so werden wir den ganzen Tag ueber gemaestet. Wir koennen damit geradezu von Glueck reden, dass wir am naechsten Tag im Zug gen Ost und den Bundesstaat Tamil Nadu tagsueber fasten und spaeter am Abend in Coimbatore (einer typisch indischen Stadt in der Mitte Suedindiens) eine ueble Pizza essen, die Mark den Magen ueber Nacht komplett raeumt und uns beiden das Essen am naechsten Tag erspart. Bevor wir nach unserem Tag Zwangspause weiter gen Osten traveln, machen wir noch einen Abstecher in den Wildlifepark Anamalei. Ich will Elephanten! Und bekomme sie. Wir duerfen die Dickhaeuter aus naechster Naehe zur Fuetterung in ihrem Camp ins Visier nehmen. Nur Tiger, Baeren und was es hier sonst an wildem Getier gibt, laesst sich nicht blicken. Am naechsten Morgen warten wir auf den ersten Bus - wir wollen es heute bis an die Ostkueste schaffen. Abenteuer Indien: der Bus ist voll! Und in Indien meint "voll" wirklich voll, knallvoll! Die Menschen aus allen umliegenden Doerfern, die heute auch in die Stadt wollen, fuellen alle Sitze und den Gang bis einschliesslich Treppe. Unmoeglich passen Mark und ich hier mit unseren Backpacks noch rein. Tatsaechlich aber passt noch viel mehr! Alles schiebt sich zusammen und - wir sind drin. Wenn auch super eng und nicht wirklich komfortabel ist es doch genau die Art Erfahrungen, die ich auf unserer Reise machen wollte. Die Inder um mich herum sind nett, laecheln, manche schauen uns neugierig an (so wie wir sie auch), aber ich fuehle mich absolut wohl unter ihnen. Im Overlandbus anschliessend bekommen wir Sitzplaetze und nach einer weiteren kuscheligen Fahrt im dritten Bus kommen wir nach einem ganzen Tag on tour abends in Mammalapuram, einem Dorf 60 km suedlich von Chennai, an. Hier gibt es nicht nur historische Tempel und "Krishnas Butterball", sondern auch etliche Steinmetze, die meist mit mehreren Generationen in ihrem jeweiligen Familienbetrieb die schoensten Steinarbeiten herstellen. Ueberall ist Stoneart erhaeltlich und hoert man die Geraeusche der Kunsthandwerker bei ihrer Arbeit. Die kleine Stadt am Bengalischen Golf hat Offseason und ist, da sich damit die Zahl der Einheimischen und Touris die Waage haelt, sehr entspannend. Dank unserem Freund Bob-Shiva haben wir hier auch Gelegenheit eine indische Hochzeit mitzuerleben. Die 5 Tage hier vergehen im Flug. Am Abend des 26. August sitzen wir im Flieger nach Bali mit Stopover in Singapore. Nach der Zeit in Mammalapuram faellt uns der Abschied von Indien umso schwerer. Speziell fuer dieses Land hoeren wir immer wieder "Entweder du liebst es oder du hasst es!" Wir fuehlen ganz klar beides - aber ersteres aus vollem Herzen! | ||
| Delhi | ||
| Mi, 22.09.2010 12:09 | Indien | |
| Bevor wir schon fast bald wieder zurueck sind (was schon?) hier ein kurzes
update zu unserer letzten Zeit - ja, Zeit wirds ;-) Wir verlassen Kathmandu nach 14 Tagen in Nepal - unfreiwillig verlaengern wir unsere Zeit am Airport, da unsere Maschine nicht starten darf. Mit 7 Stunden Verspaetung gehts los ... nach unserer Zwischenlandung in Lhasa (tatsaechlich haben wir auf unserer Reise damit tibetischen Boden zumindest fuer eine halbe Stunde betreten)ueberfliegen wir auf dem Weg nach Nepal den Mount Everest - AMAZING (kein anderes Wort koennte das beschreiben ;-)) Die Spitze des hoechsten Berges und einiger anderer 8000er lugen aus den Wolken zu uns nach oben - strahlend schoen, scheinbar unberuehrt, majestaetisch! Das macht unsere ganze Wartezeit fest. Wir erreichen Delhi mit einsetzender Dunkelheit. Gut, dass wir den bequemen Weg gewaehlt haben und unser Hostel mit Pickup am Airport schon ueber Internet gebucht haben. Delhi hat etwas Aehnlichkeit mit Kathmandu - nur, dass es hier lauter, schneller, dreckiger, groesser ist. Ganz nach dem Motto "Darfs ein bisschen mehr sein?" Unser Taxi haelt - es ist dunkel, ich sehe nur einige alte Haeuser, Dreckberge oder aehnliches auf den Strassen, dunkle Gestalten. Irgendwie hoffe ich, dass wir hier nur kurz stoppen, weil der Fahrer noch etwas zu besorgen hat. Fehlanzeige! Wir nehmen unsere Backpacks und folgen dem Fahrer durch einige dunkle Gassen. Ah ja, hier wollen wir also absteigen. Der Name unseres Hotels klang eigentlich vielversprechender - Hotel New King. Nichts desto trotz koennen wir fuer diese Unterkunft positive Werbung machen ... gutes Preis-Leistungs-Verhaeltnis! Unser Zimmer ist ganz gut (allerdings sind wir inwischen auch einiges gewohnt und nicht mehr so anspruchsvoll). Durch schmale Gassen zwischen Haeusern hindurch bringt uns ein Junge vom Hostel zur Main Bazaar Road. Wir klettern ueber einen Schuttberg und stehen im Schein einiger Lampen auf der Shopping- und Restaurantmeile. Es sieht aus, als waeren wir in einem Kriegsgebiet gelandet. Bei laufenden Geschaeften werden an allen Haeusern die ersten Meter der Vorderfront abgerissen, um die Strasse zu verbreitern. Nach dem langen ermuedenden Tag koennen wir das ganze noch nicht so richtig verarbeiten - es scheint irgendwie, als wir in einem falschen Film gelandet. Zusammen mit drei anderen Backpackern, die die Wartezeit mit uns geteilt haben, finden wir ein Restaurant. "My Bar" wird our Bar ... wir werden die 5 Tage, die wir in Delhi verbringen, jeden Abend zusammen mit Colette und Shaun, einem Paerchen aus England, hier versacken ;-) Wer schon mal in Delhi ist, muss natuerlich das "Taj Mahal" gesehen haben. Zu viert machen wir uns also auf den Weg nach Agra. Das Mausoleum ist beeindruckend, wenn auch nicht ganz so gross, wie es nach allen Bildern und Beschreibungen in den Koepfen und Vorstellungen existiert. Das Taj Mahal wurde - ganz aus Marmor - vor 350 vom Shah Jahan erbaut, der ueber den Tod seiner verstorbenen Gattin nicht hinweg kam und ihr so eine letzte Ruhestaette schaffen (und wahrscheinlich sich selbst von seinem Schmerz ablenken) wollte. Das nenne ich mal einen Liebesbeweis. Da wir zum Glueck sehr frueh da sind, koennen wir uns das stundenlange Schlangestehen unter Hunderten anderen Besuchern etwas ersparen. So viele Touris - to much fuer uns! Das eigentlich Erlebnis an diesem Tag ist allerdings nicht das Taj sondern die Fahrt hin und zurueck. Agra ist mindestens drei Stunden Zugfahrt entfernt von Delhi. Wir starten morgens mit der ersten Bahn - 5.30 a.m.! Sehr frueh ... zum Glueck haben wir Sleepertickets gebucht, so dass wir die meiste Zeit der 4,5 Stunden schlafend verbringen. Fuer den Weg zurueck kaufen wir unsere Tickets in Agra - diesmal Seatclass. Wir warten ewig auf dem Bahnsteig, beobachten die Streetkids, die hier etwas Geld oder food erbetteln, beobachten Inder, die wir auf einen Zug warten. Zwischen den Gleisen tummeln sich Ratten, die wir fuer eine kleine Fotosession ganz interessant finden. Das Gleis wird geaendert - inzwischen konnten wir irgendwie herausfinden, welcher Zug nach Delhi faehrt. Anderthalb Stunden spaeter hat dieser endlich Einfahrt - total ueberfuellt! Klar, wir sind in Indien und es ist die beste und guenstigeste Moeglichkeit fuer jedermann von A nach B zu kommen. Jetzt waere Sleeper toll! Wir arbeiten uns durch die vollen Abteils bis ans Ende des Zuges, wo wir einfach stehen bzw sitzen bleiben, die Fuesse auf der ersten Stufe des Eingangs, der in indischen Zuegen fast immer offen bleibt - so geniessen wir die erste Zeit bei inzwischen abendlicher Stimmung die vorbeifahrenden Doerfer und Landschaften. Doof nur, dass wir mit unseren Tickets hier nicht sitzen duerfen. Wir stehen vor der Wahl, als der Schaffner unsere Tickets prueft, dass wir aus dem Zug geworfen werden oder umgehend in die Seatclass wechseln. Unmoeglich dort reinzukommen! Aber wir sind in Indien - udn hier ist alles moeglich. Es wird geschoben und zusammen gepresst und irgendwie kommen wir 5 Personen alle rein. Es ist heiss, stickig, wir stehen in einem schmalen Gang zwischen den Toiletten, eingekeilt zwischen indischen indischen Taschen, Armen und Beinen. Es ist so krass, dass es eigentlich schon wieder lustig ist. Jede Brise Luft die es bis zu uns durch von der offenen Tuer her schafft, wird aufgesogen. Und jede Haltestelle vor Delhi bringt neue Fahrgaeste. Ein Inder der sportlichen Sorte klettert sogar wie Spiderman die Waende rauf um sich ueber unseren Koepfen irgendwo zwischen 2 Waenden einzukeilen. Nach 2 einhalb Stunden in diesem Zug erreichen wir endlich Delhi und Luft und Platz und "My Bar" und Bier! (Fortsetzung folgt) | ||
| Nepal | ||
| Di, 24.08.2010 09:25 | Nepal | |
| Nach den schoenen erfahrungen in westchina, buchten wir unseren flug von Chengdu nach Nepal, mit zwischenlandung in der autonomen region Tibet in lhasa.
Es war waehrend des fluges beeindruckend auf d. tibetanischen hochebene zu landen, dafuer musste der pilot das flugzeug um den richtigen winkel die berge umkreisen, damit er den flughafen richtig nutzen konnte. Da es nur eine zwischenlandung war und Tibet nicht wirklich autonom ist, durften wir den flughafen nicht verlassen, und mussten nochmalig sicherheitschecks ueber uns ergehen lassen. Meine Gummischuhe wurden auch mal gescannt! Wir konnten aber aus dem flughafengebaeude nach draussen schauen, ashen aber leider nichts von lhasa, sondern nur einiges von dem militaerapparat der autonomiegewaehrleister china. Nachdem meine plastikschuhe bestrahlt und diese fuer sicherheitsrelevant erachtet worden sind, durften wir auch schon weiterfliegen und hatten waehrend des fluges dass glueck den hoechsten gipfel dieser erden klar ueber den wolken zu sehen. Weil der pilot so nett war oder es aus flugtechnischen gruenden erforderlich war sind wir eine kurve um diesen riesenberg (schon beeindruckend wenn man 10.000m hoch fliegt dass ein berg fast auf der gleichen hoehe neben dem flugzeug zu beobachten ist) geflogen. Nach diesem highlight erschien kurze zeit spaeter Kathmandu unter uns. Die Stadt ist sehr busy, touristisch, laut, bunt und anders als china’s staedte. Aber auch besonders dreckig, coca cola verbreitet seine produkte weltweit, findet aber dass kunsstoff eine bereicherung der Landschaft sowie der satdplanung ist. Wir genossen die Stadt, die vielfaeltien asiatischen einkaufsmoeglichkeiten (die vielen raeucherstaebchen haben den postboten bestimmt gefallen ;-)), sowie die zahlreichen tempel und religioesen festlichkeiten. Wir hatten zudem dass glueck endlich mal einen gott zu sehen, der sich um sichtbar zu warden des koerpers einen kleinen maedchen als wohnstaette bedient (aber nur so lange bis das maedchen ihre erste monatsblutung hat, dann ist sie wohl unrein und der gott schluepft in ein anderes maedchen: mit dem Begin der Pubertät kann ihr Körper den Geist der Taleju nicht mehr beherbergen und sie wird zu ihrer Familie zurückgebracht, die sie im Alter von 3 Jahren verlassen hat.) http://de.wikipedia.org/wiki/Kumari Da wir zudem im land der yetis waren, versuchten wir einen zu erblicken und haben eine mehrtaegige trekkingtour um den Annapurna gemacht und hatten das glueck einen weiteren 8 tausender (diesmal aus der Froschperspektive zu sehen.) War eine schoene wanderung, welche aber nur bis 3200m hinaufging (und der regenwald ist dort immer noch, in den alpen hoert die baumgrenze so bei 2500m auf) aber konnten keinen schneemenschen entdecken (vielleicht weil es ab und an regnete und nicht schneite) aber haben dafuer eine andere neue erfahrung der natur gemacht. Leeches, kleine blutegel die nicht im wasser sondern im grass leben, sie schafen es sogar zwischen den schneursenkel-loechern durchzukrabbeln und dann an die haut anzudocken. Katja wurde 5 mal angezapft, ich hatte glueck oder schlechtes blut ;-). Nach der trekking-tour haben wir uns noch in Kathmandu teiben lassen und uns auf Indien vorbereitet. | ||
| Chengdu Westchina | ||
| Di, 03.08.2010 13:20 | Westchina | |
| Nach 10h Busfahrt Richtung Chengdu erreichten wir Kangding und uebernachteten dort. Kangding war frueher eine Handelsstadt zwischen Tibetern und Chinesen und war damals die Grenze wischen beiden Voelkern.
Am naechsten tag ging es mit dem Bus weiter Richtung Chengdu einer weiteren Millionenstadt in China mit 14 Mio Einwohnern! In der Stadt verbrachten wir die erste Zeit mit Planung der weiteren Schritte unseres Unterwegsseins und entschieden uns weitere Kulturn zu sehen und zu erleben fuer die Reise Richtung Indien ueber Nepal. In Chengdu genossen wir das freundliche und gut gefuerhrte Sim Cozy Hostel, wollten die Zeit aber auch nach anders nutzen und haben uns auf dem Weg gemacht die Emei Shan Mountains zu besteigen besser gesagt zu betreppen. (Emei Shan ist einer der 4 heiligen chinesischen berge der Buddhisten) und der Weg auf den Gipfel ist ein Pilgerweg und weil es viele Chinesen gibt, wurde der komlette weg zur Vereinfachung mit Treppen zu gepflastert. Da wir von 1000m gestartet sind, der Endgipfel auf 3200 m liegt und die gesamte Strecke ca. 30 km haben wir grob ueberschlagen das 2 Treppen auf einen Meter kommen sodas wir ca. 60.000 Treppen zu dem Gipfel hinter uns gebracht haben. Auf dem Pilgerweg gab es noch eine andere Art der Herausforderung, abgesehen von den Treppen und von den vielen Chinesen, welche man mit einem Wort umschreiben kann “Affen”. Ich hatte mir vor dem Wandern einen grossen Bambushalm besort (botanisch ist Bambus ein Gras) und konnte damit die Affen ganz gut vertreiben. Katja hatte trotz Ihres Wanderstockes einen von den Affen kurzzeitig auf Ihrem Rucksack sitzen, konnte diesen aber aber schnell verscheuchen, aber als Sie eine Haengebruecke passieren wollte, sah Sie sich mit 2 echt grossen Affen konfrontiert, die wohl irgendwas dagegen hatten dass Katja die Bruecke ueberquert. Da ich etwas vorgegangen war konnte ich mir das Schauspiel anschauen, aber als ich doch den Anflug von Angst in Katjas Gesicht sah, ist mein Bambushalm und ich von hinten auf die Affen zu um Affenbaseball zu spielen. Aber andere (Pilgerwegwaechter) kamen Ihr zu hilfe, sodas wir nach 2 Tagen das Pilgerendziel erreichten. Nach dem Erreichen des nun besseren Karmas, machten wir uns auf dem Weg zurueck nach Chengdu, besuchten in der Naehe (Leshan) noch eine von Touristen geplagte 70m Hoehe Buddhastatue und bereiteten uns auf Nepal vor. Nepal ein Land als Schmelztiegel der asiatischen, Tibetanischen, arabischen und indischen Welt, wo 2 der Weltreligionen aufeinandertreffen und von Norden mit der Buddhistischen Dominanz ind die Suedliche Hinduistisch gepraegte Region wechselt. | ||
| Nachtrag Tibet ohne Permission | ||
| Di, 03.08.2010 13:07 | Westchina | |
| In einer der Naechte bei unsrer Nomadenfamilie sind die Sterne klar und ganz nah, bis sie die Bergkette um das Tal hin zu beruehren scheinen. Atemlos schauen wir zum Firmament und der wundervolle Anblick laesst uns ganz klein erscheinen aber doch als Teil von irgendetwas Grossem.
Es war eine tiefgehende, der Beschreibung spottenden Erfahrung bei so einfachen, der Natur ausgesetzten, nein eher verbundenen Menschen sein zu duerfen. Menschen mit einen fast fuehlbaren Stolz, einer Direktheit, authentischen Art und einer Spiritualitaet faerbte auf uns ab. Wir konnten der Familie bei gewissen alltaeglichen Aufgaben helfen, das Zelt mit Steinen gegen den Wind schuetzen, Wasser an dem nahegelegenen Fluss holen. Aber wir hatten natuerlich auch die Zeit die wilde, karge und doch schoene Landschaft zu erkunden. Wir sind von dem Zelt der Nomaden, we;hes mittig in dem Hochtal liegt, in das Flusstal und den Fluss entlang zu dem Ende des Tals. Wollten dann hoch zu dem in der Ferne ersichtlichen Pass, sind die begrenzenden Berge hoch mit dem Ziel die dahinterliegenden Berge und Taeler zu beobachten mit dem Wissen dass wir uns an den esretn richtigen Auslaeufern des riesigen hoechsten gebirges der Welt befinden. Doch leider forderte die Hoehe auch diesmal ihren Tribut von mir und ich bekam aufgrund des niedrigen Sauerstoffdruckes in der Luft und der dadurch geringeren Sauerstoffaufnahme starke Kopfschmerzen. (Der Koerper passt sich an die Hoehe nach einer gewissen Zeit und und produziert mehr rote Blutkoerperchen damit mehr Sauerstoff transportiert werden kann, lamg- und mittelfristversuche haben gezeigt dass der Mensch auf Dauer auf ueber 5000m NN nicht lebensfaehig ist, deswegen liegen die Nomadenzelte meist unter 5000m. Wegen der Hoehe dauern z.b. Mount Everest Besteigung ca. 2 Monate weil die Climber sich aklimatisieren muessen) Ueber 5.000m kann die Hoehenkrankheit auch abrupt lebensbedrohlich Formen annehmen, deswegen verzichtete ich auf den weiteren Aufstieg und schoenen Ausblick. (Jeff und Jamon sind zu dem Pass hoch und haben uns spaeter Fotos gezeigt) Katja war hin- und hergerissen, nahm aber Ruecksicht auf meine nicht genuegende Hoehenanpassung. Der Hoehenmesser zeigt ca. 4.800m zu diesem Zeitpunkt an., wir sind dann wieder an dem Talrand zu dem Nomadenzelt abgestiegen. Abends sassen wir gemeinsam in dem Zelt der Familie, teilten dass Essen, Geschichten zum Teil mit Haenden und Fuessen und natuerlich unser Lachen. Ein Erlebnis wie in einer anderen Zeit oder Welt. Traurig und doch froh solche Erlebnisse haben zu koennen, machten wir uns nach ein paar Tagen wieder mit unserern Rucksaecken auf dem Weg nach Litang. Da ich mich noch nicht wirklich mit der Hoehe angefreundet hatte und langsamer ging bzw. Gehen musste (wir befanden uns immer noch auf 4.600 m) bin ich eine halbe Stunde vor den anderen losgelaufen. Katja Jeff und Jamon holten mich an dem Zelt einer anderen Familie ein welche wir auf dem Weg vorher getroffen hatten und Sieluden uns sofort an mit Ihnen Tee zu trinken und Tsampa zu essen. Und Ihre freundliche und direkte Art machte es unmoeglich Nein zu sagen. Nach dem Zusammen im Zelt sitzen machte ich mich wieder als erster auf den Weg weil ich nicht das Tempo von den anderen mitbestimmen wollte. Als ich die Piste nach Litang erreichte, dauerte es nicht mal fuenf minute als (ohne dass ich irgendwelche Zeichen gab) ein Kleinbus hielt, sich die Seitenschiebetuer oeffnete ich in TibetanischeGesichter schaute welche mich anlachten und ein Wort erfuellte die Luft “Litang?” Wieder mal beeindruckt von diesen Menschen konnte ich auch nur Lachen und mein Kopf nickte nur… Der Familienaelteste (der Wagen war eigentlich mit 8 Leuten voll), rutschte nach hintem (vorher wurde mein Rucksack eingeladen) und quetschte sich auf den Rucksack und das andere Gepaeck und wurde halb davon und dem Dach eingeklemmt) damit ich auf einen Sitz Platz hatte. Beruehrt von dieser Geste setzte ich mich und Erzaehlungen mit Haenden, Fuessen und Fotos begannen. Das Reden mit diesen Hilfsmitteln dauerte solange bis Sie eine andere Familie auf der Piste traffen und alle Ausstiegen. Dann zeigten mir die Tibetaner warum Sie in den Bergen waren. Sie suchten und sammelten Schlauchpilze, welche nur in diesen Hoehenlagen wachsen und welche angeblich die Potenz foerden und die Chinesen bezahlen eine menge geld dafuer ;-). Aus den Bergen kam ein lautes Motorgeraeusch auf der Piste immer naeher und um die naechste Kurve kam ein Gefaehrt was Katja zuvor als ein Vehikel aus den alten mad Max Filmen beschrieben hat. Eine andere Familie die mit einer Art Traktor Ihre Sachen (zelt und Co) geladen hatten kam um die Ecke und oben auf den Sachen sassen Katja und Co. Nach dem Wiedersehen wurden wir alle nach Litang gefahren. Als mich meine mitnehmende Familie absetzte, wollte ich Ihnen aus Dankbarkeit etwas geben und da ich nichts mithatte was ich Ihnen geben konnte, versucht ich Ihnen Geld zu geben, welches Sie nicht annahmen und fast schon sauer und enttaeuscht waren, dass ich Ihnen Geld geben wollte. (Frei nach Peter Matthiessen: “Als Buddhisten wissen Sie dass es auf das Tun mehr ankommt als auf den Erfolg oder die Belohnung, dass es auf diese selbstlose Weise zu handeln bedeutet, frei zu sein. Ihr Glauben an das Karma – das Prinzip der Ursache und Wirkung, das Buddhismus und Hinduismus gemeinsam haben (sich aber auch im Christentum fndet : wie du saest, so sollst du ernten) verleiht Ihnen Toleranz und Vorurteilslosigkeit, den Sie wissen dass boese Taten auch ohne Vergeltung seitens der Opfer Ihre Strafe erlangen). Nach ein paar Tagen verliessen wir Litang, konnten aber vorher noch beobachten wie auf dem Tibethighway (die Strasse nach lhasa) ein Konvoi der Chinesischen Armee aus Tibet kam, bei fuenfzig armme lkw”s hoerten wir auf zu zaehlen…. | ||
| Tibet ohne Permission | ||
| Do, 08.07.2010 15:30 | Westchina | |
| Nach den Eindruecken der grossen Metropolen an der Ostkueste Chinas wollen wir doch noch langere Zeit in dem riesigen Land in Fernost verbringen und buchen einen Flug (unseren ersten auf unserer reise) nach Lijiang in der Provinz Yunnan im Westen Chinas. Hier befinden wir uns bereits im Himalaya auf einer Hoehe von 2400 Meter. Nach einem schweren Erdbeben 1996 wurden etliche Haeuser zerstoert. Interessanterweise hatten die alten traditionell gebauten Holzhaeuser dem Beben Stand gehalten. Deshalb wurde Lijiang nach altem Vorbild wieder aufgebaut und ist seither Weltkulturerbe. Es ist damit zwar auch ein sehr toristisches Highlight, aber uns gefaellt die Altstadt mit ihrem Backsteinpflaster, den vielen Gaesschen, kleinen Wasserlauefen und Kanaelen entlang der Strassen, den vielen Shops, Restaurants und dem Leben darin. Ausserdem ist Lijiang Mittelpunkt der seit 1400 Jahren hier lebenden Minderheit der NAXI mit ethischem Ursprung in einem Stamm der Tibeter. Sie tragen ihre traditionelle Kleidung in buten Farben, riesige Koerbe auf den Ruecken und haben wenig von den Han-Chinesen. Hier in LIjiang atmen wir auf ... die Musik, die Landschaft, die Menschen - das alles gefaellt uns.
Nach 2 Tagen in Lijiang fahren wir weiter Richtung Norden. Wir wollen wandern. Entlang der Tiger-Leaping-Gorge durch die der Yangtse fliesst gibt es einen beeindruckenden Wanderweg. Die Hoehenluft in Kombination mit Sonne spueren wir hier bereits. Am ersten Tag erreichen wir auf 2670 Meter den hoechsten Punkt. Blick haben wir auf die ueber 5000 Meter hohen Snow Mountains, die Schlucht, Terassenfelder - beeindruckend. Das hat die letzte Zeit gefehlt - Natur in Kombination mit Bewegung. Das Gewitter erreicht uns zum Glueck erst beim Abstieg. Ziemlich durchnaesst beschliessen wir im naechsten Guesthouse die Nacht zu verbringen. Am naechsten Tag hiken wir weiter bei schoenstem Wetter, entlang von Wasserfaellen, Feldern und Bergen. Eine kleine Challlenge ist der Weg zurueck - die Strasse unterhalb ist under Construction, so dass wir zwischendurch ohne Taxi zu Fuss ueber Baustellen kraxeln um am anderen Ende in ein anderes Taxi zu wechseln - in good old Germany undenkbar! Shangri-La oder Zong Dian, wie die Stadt noch vor ein paar Jahren hiess, in der Sichuan-Provinz ist unser naechsten Ziel. 3270 Meter hoch! Und wunderschoen. Auch touristisch, aber anders als Lijiang. Hier brauchen wir Zeit zum aklimatisieren. Nicht nur die Erlebnisse der letzten Zeit sondern vor allem, um uns an die Hoehenluft zu gewoehnen. Der Sauerstoffgehalt reduziert sich hier bereits erheblich, so dass wir manchmal das Gefuehl haben, keine Luft zu bekommen. Nach jeder Anstrengung brauchen wir eine Pause, um Luft zu holen, das Herz schlaegt schneller und Mark kaempft vor allem die ersten Tage mit fiesen Kopfschmerzen. Mittel dagegen - viel Ruhe und viel Trinken, am besten Snow Mountain Tea mit Wurzeln, Beeren und allem moeglichen was sich hier so in der Natur findet. In Shangri-La gibt es die groesste Gebetsmuehle Chinas, Kloster und damit Moenche ueberall in der Stadt, Tibeter, Naxi und auch Han-Chinesen, viele Shops zum Schlendern, Schauen (und Kaufen), Yak-Joghurt (hmmm, delicious), gute Restaurants mit chinese, western and tibetean food, aber auch die einfachen Garkuechen, auf den zwei Plaetzen werden abends die Lautsprechr aufgedreht und jung und alt, Einheimische und Touris tanzen bis zur Dunkelheit.Hier halten wir es gut ein Woche aus - fahren einen Tag mit dem Motorrad durch die Berge, sehen ein grandioses Soccer-Game Deutschland gegen UK, um danach mit einem Paerchen aus England in einem englischen Pub den deutschen Sieg zu feiern, verlaengern unser Visa fuer China (das ist ne extra Story!!) und lernen Leute kennen.Unsere Plaene, in das Autonome Gebiet Tibet zu reisen, haben wir bereits in Shanghai gecancelt - es ist zu teuer und zu kompliziert. Was wir bisher nicht wussten und in unsrem Hostel in der Bibliothek lesen - unter anderem ist Sichuan ein Teil Ost-Tibets und laut den Autoren urspruenglichr als das Autonome Gebiet. Wir wollen mit diesen Informationen und viel Neugier weiter nach Norden und Ost-Tibet bereisen. Wer glaubt an Zufaelle? Wir nicht. Zwei Tage bevor wir wir weiter wollen, lernen wir ueber 5 Ecken Jeff kennen. Er und ein Freund wollen wie wir nach Litang und suchen Leute, damit der Fahrtpreis guenstiger wird. Super - das trifft sich. Wir werden also zusammen fahren. Jeff ist Kanadier und lebt seit Jahren in Shangri-La. Unter anderem hat er auch familiaere Anbindung an tibetische Nomaden, die im Umkreis von Litang leben und mit denen er jedes einige Zeit zusammen lebt ... Nach einer abenteuerlichen Bus- und Autofahrt erreichen wir nach 15 Stunden Litang - fast 4100 Meter hoch. Es ist der wilde Westen Chinas. Die Strassen sind entweder seit Jahren under construction oder weisen riesige Loecher auf, die Tibeter knattern mit Cowboyhut und lauter Musicbox ueber die Pisten, hupende Autos und Trucks, Traktoren mit Handkurbel anzulassen und riesig beladenen Anhaengern, die aus dem Film Mad Max zu sein scheinen, ueberall streunende Hunde, tibetische Maenner und Frauen, traditionell gekleidet mit Gebetsmuehlen oder Perlenketten. Den ersten Tag brauchen wir zum Ankommen. Wir besuchen die Monastery von Litang zum allerbesten Zeitpunkt - die Moenche versammeln sich im Hof und beten im Halbkreis sitzend ihre Mantras. Bevor sie in die Gebetshalle wechseln habn wir Gelegenheit uns diese anzusehen, vom Lama selbst einiges ueber sie zu erfahren und von ihm gesegnet zu werden. Das ist der beste Start in die nechsten Tage. Zusammen mit Jeff und Jamon koennen wir das Leben tibetischer Nomaden kennen lernen. Am naechsten Tag, nachdem wir auf dem Markt Lebensmittel, Suesses uns anderes fuer ie nomadisce Familie eingekauft haben, brechen wir gegen Mittag auf. Unser Weg heu ist nicht weit - ein Auto bringt uns zum Winterhaus von Abing und seiner Frau, bei denen wir den restlichen Tag und die Nacht verbringen. Nach einem wundervollen Nachmittag inmitten der Berge und der zum Greifen nah scheinenden Wolkenkulisse, nach Milchtee, Tsampa und tibetischem Brot und einem ersten Einblick in das Leben der Drogpa (der tibetischen Nomaden) schlafen wir auf den Matratzn, die uns auf dem Boden ausgebreitet werden. Am naechsten Morgen gehen wir weiter in die Berge. Wir legen eine Strecke von schaetzungsweise 30 Kilometern zurueck - ein Stueck nehmen uns zwei Drogpas auf ihren Motorraedern mit, den Rest der Strecke schaffen wir per pedes und japsed mit unseren schweren Backpacks, ueberqueren einen Pass, lernen die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft anderer Drogpa kennen, die letzte Stunde kann ich mich auf dem Ruecken eines Pferdes ausruhen bis wir am Abend endlich auf einer oehe von 4600 Meter bei Adscho und Omo, Data und Lupdej im Yakzelt am Ofen sitzen. Tashi delej! Auch wenn die Naechte wegen der Kaelte, dem harten Untergrund und den bellenden Wachhunden (ganz wichtig, dennn hier oben gibt es noch Woelfe) nicht wirklich erholsam sind, sie sind ein Teil des Lebens der Drogpa, das wir kennen lernen wollen. Die Menschen, die Berge, die Zelte am Fluss umgeben von Yaks und Pferden, das Wandern durch die Berge, das Essen und auch die Entbehrungen .. das alles ist fuer uns eine unbeschreibliche Erfahrung! | ||
| Shanghai | ||
| Di, 22.06.2010 15:27 | Shanghai | |
| Nach der schoenen und interessanten Zeit in Peking, haben wir uns aufgemacht die Metropole Shanghai zu erkunden. Wir sind dann mit dem Zug von Berlin bis an den Pazifik gekommen und wollten auf dem Landweg quer durch Europa und Asien bis zu dem anderen Ende und geschafft! Shanghai hat sich uns als quirlige grosse und beleuchtete Metrolpole gezeigt. Besonders wegen der Expo wurde alles auf hochglanz fuer die Aussenwirkung fuer die anderen Nationen gebracht. Aber auch hier gibt es noch natuerliche Strassenzuge wo das kulturelle nicht verkapitalisiert worden ist. Haben den Luxus sehr genossen bei Franzi unterzukommen (und Ihren Kuehlschrank leer zu futtern ;-) . Danke nochmal Franzi! Haben uns in Shanghai treiben lassen uns ein paar Sehenswuerdigkeiten angeschaut und meist durch die Strassen geschlendert und den weiteren Verlauf der Reise organisiert (Haben uns wegen den Restriktionen gegen die autonome Region Tibet entschieden und sind dann zum Anfang des Himalayis nach lijiang geflogen. | ||
| Sozial Kapitalismus oder Erfahrungen in Peking | ||
| Do, 17.06.2010 15:12 | Bejing | |
| das Land der spuckenden Menschen, oder das Land des Lächelns oder des Sozial-Kapitalismuses hat uns wirklich mit vielen Gesichtern beeindruckt und beeindruckt uns immer noch. Nachdem wir von Ulan Bataar in Peking angekommen sind, haben wir mit Lisa und Freek zusammen ein Hostel gesucht, welche Lisa und Katja vorher in UB ausgesucht haben, nach einem langen Marsch mit vollem Gepäck auf dem Rücken haben wir die Nachricht erhalten dass das ausgewählte Hostel voll ist.
Da die Mädels die Orga in Ihre Hand genommen hatten durften wir Männer an dem vollen Hostel auf das volle Gepäck aufpassen und gemuetlich rumsitzen und ein chinesisches Bier genießen, bis wir ein super Hotel mitten in einem chinesischen Viertel ergattert haben. Erste Erfahrungen mit dem chinesischen Interesse an Westler, besonders welche mit blonden Haaren und/oder Bart sind wirklich enorm. Die Chinesen bleiben stehen und schauen einen einfach direkt an (passiert in den weniger von Touristen frequentierten Orten und Plätzen), im ersten Moment denkt man was möchte der den, aber wenn man lächelt verschwindet wohl das mysteriöse an unserer Art und Sie lächeln zurück und gehen weiter. [Man wird auch überall mehr oder minder heimlich fotografiert, oder manche haben Mut und fragen direkt] Etwas weiteres Besonderes sind dass Taschentücher Chinesen genauso wie Russen nicht so dolle finden, hochziehen und raus damit, egal wo und wann… in dem Zug von Peking nach Shanghai wurden wir (das ist wohl das erste was das Völkchen (naja sind ja mehr als 1,3 Mrd. Menschen) machen, wenn sie wach werden) dadurch geweckt. (Was sie damit in den Kabinen gemacht haben? ) Die Haupstadt des über eine Milliarde Volkes beheimatet momentan etwa 16 Millionen Menschen (Mehr als 4mal soviel wie Berlin!, und die Größte Stadt in China Chongqing hat etwas über 30 Mio. Einwohner ( Deutschland hat 82 Mio Einwohner) ) Zum Glück gibt es noch keine Weltdemokratie, wir wären eine Minderheit) und zum Glück sind noch einige Straßenzüge in Bejing wie vor der Öffnung der Märkte noch erhalten geblieben, die sogenannten Hudongs, kleine Häuser in denen die Menschen wie vor 100 oder 80 oder 50? Jahren noch leben, viele kleine Läden nebeneinander in denen die Betreiber gleichzeitig schlafen und leben, meist reicht der Platz nicht für eine Küche oder Toilette aus, sodass Essen auf der Strasse in Restaurants stattfindet und immer irgendwo in der nähe ein public-Klo ist. Diese Gegenden haben wir in der Stadt am meisten genossen, weil man direkt an dem Leben teilhat und den Gegensatz zu unserer Lebensweise sieht. Die Strassenzuge welche sich nach der Öffnung der Märkte gebiltet haben (z.b. Shanghai standen vor 20! Jahren keine Hochhäuser jetzt ist alles damit zugepflastert) gleichen unseren in den mehr oder weniger grossen Städten plus 2 mal mehr Konsum und Größe. Hier ist eine Bewegung und Energie vorhanden, welche man nicht (mehr) in Europa sieht. Die chinesische Regierung hat sich wohl vorgenommen das Land innerhalb von 30 Jahren komplett umzubauen, wobei sie nicht gerade zimperlich mit der Bevölkerung umgeht, wenn z.b. Hudongs im Wege steht und sich etwaiger Widerstand bildet, wird dieses innerhalb kürzester Zeit zwangsgeräumt. Die Schere zwischen Arm und reich sucht seinesgleichen (aber Frau Merkel hat ja schon angekündigt dass wir auch Einschnitte hinnehmen müssen ;-)) Obwohl auf der einen Seite der Kapitalismus mit seinen Wachstumsbestrebungen hier voll eingeschlagen hat, wird auf der anderen Seite, was ja ein Markenzeichen von dem Sozialismus unserer Tage war und ist, alles kontrolliert, an jeder Ecke sind Kameras (auch in Wohnhäusern, sowie den dazugehörigen Fahrstühlen! ) in den Wohnungen? Da sind wir uns nicht sicher ;-) Aber jetzt wissen wir was die Hälfte der Bevölkerung macht, bei der Anzahl der Kameras und somit Monitore sitzt die eine Hälfte davor und kontrolliert, die andere muss leider was anderes machen…! In den Hutongs haben wir, besonders Katja diverse exotische Speisen ausprobiert, Katja hat an einem Tag Skorpione (geröstet), Seeschlange (glaub gekocht), Nieren (von welchen Tier, Manu vielleicht nen Hund??) und zum Abschluss noch einen leckeren Hühnerkopf (Werner Neumann, dagegen sind Hühnerfüsse nix ;-)). Die Skorpione (da hab ich mich auch dran gewagt, schmecken ähnlich wie Schips) ein Brasiliener (Mauro) welchen wir vorher im Zug kennengelernt haben, hat uns eindringlich vor den Silk Worms gewarnt, da passt(e) wohl der Spruch harte Schale weicher Kern, soll ziemlich glibberig sein, Katja hat sich das zu Herzen genommen (oder war Sie satt nach den ganzen anderen Sachen vorher ;-)) und sich diese Erfahrung erspart. Nachdem wir Bejing auf uns wirken haben lassen, wollten wir uns auch etwas Kultur und Bewegung (ja Manu dass Essen ist hier sehr gut und man kann auch als vegetarier super viel ausprobieren ;-) genehmigen. Haben uns dann individuell mit Freek und Lisa nen Bus genommen, mit einem Chinesen später verhandelt (unser Glück war das Lisa chinesich konnte und kann) dass er uns zu einem Stück der Greatwall welches nicht so nah an Peking und somit nicht ganz so touristisch ist hinbringt. Hat er nach zähen Verhandlungen (wie gesagt der Kapitalismus ist hier mehr als angekommen) auch gemacht, hatten somit Ca. 10 km auf der Mauer zu laufen, unglaublich was die Chinesen damals gebaut haben, ein auf und ab ( Kapitalismus ist auch hier angekommen) , man kraxelt angestrengt, schwitzend und schwer atmend ein Stück der Mauer hoch und am Horizont bzw. auf der Kuppel des Aufs erscheint ein Chinese und offeriert einen lauthals „Water, Cola“ was er verkaufen will, unter diesem sound kraxelt man dann bis zu dieser Kuppe, und der Chinese hört erst auf damit als man die Kuppe verläßt. Wandern unter erschwerten Bedingung, man wurde bestimmt auch gefilmt dabei ;-) Achso apropos Kultur, natürlich haben wir uns auch die Verbotene Stadt angeschaut welche natürlich Riesig ist, aber wir fanden Sie relativ gleichförmig und auch sehr touristisch und hatten auch keinen Führer der uns zu dem gleichaussehenden Häuser irgendweine Geschichte erzählen konnte, damit es etwas interessanter wurde. Nach einer Woche Peking haben sich die Wege von Lisa und Freek und uns getrennt, haben die Zeit sehr genossen mit dem Oranje-Päärchen (und das obwohl die WM vor der Tür stand ;-)), wir sind dann nach Shanghai zu Franzi und haben uns dort einquatiert. | ||
| Rueckblick Mongolei | ||
| So, 06.06.2010 09:04 | Mongolia | |
| wir schreiben den 20. Mai und plus 7 Stunden (Zeitverschiebung zu Good Old Germany)
... nach 2 Tagen im Zug sind wir in Ulan Bator angekommen. Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt ... :-) Nachdem wir vorgestern in Irkutsk eingestiegen sind mit dem Wunsch "Bitte diesmal mit anderen Backpackern zusammen in Abteil" haben wir mit Maartha und Joap aus den Netherlands erst mal einen Freudentanz veranstaltet - die beiden haben das gleiche gehofft. Also wurde der rote Teppich ausgerollt, die Betten bezogen und unsere Flasche Wodka gekoepft. Ausserdem haben wir Lisa und Freek hier im Wagen kennengelernt. Die beiden sind ebenfalls aus den Netherlands - wir haben inzwischen die Vermutung, dass dort tatsaechlich nur halb so viele Menschen leben wie offiziell angenommen, denn alle anderen sind unterwegs :-) Gut fuer uns, denn mit dem Humor und deren Art reist es sich gut zusammen und nebenbei koennen wir unser Englisch verbessern. An den Grenzstaedten in Nauschig und Suche Bator verbringen wir insgesamt ueber 10 Stunden mit Passkontrolle, Abteil- und teilweise Taschenkontrolle und Einreiseformulare noch und noecher ausfuellen. Aber irgendwie spannend, zumal sie mit uns Travellern doch recht lazy sind. Wir erreichen Ulan Bator ganz frueh am morgen, werden vom UB Guesthouse in Empfang genommen und planen zusammen mit Lisa und Freek eine 9-Tages-Tour in den Sueden der Mongolei. Maartha und Joap werden in den Zentralen Aimags bleiben, da ihre Zeit in UB kuerzer ist. Dafuer wollen wir heute zusammen die Hauptstadt des Landes unsicher machen ... Starter ist - natuerlich - ein kuehles Bier im Khan-Braeu (hmm, leider kein Weizen zu bekommen). Wir ueberleben tatsaechlich das Ueberqueren saemtlicher Strassen und Avenues (Ampelfarben interessieren irgendwie nicht wirklich, statt gebremst wird gehupt, dazwischen das Pfeifen der auf den Strassen stehenden Polizisten, die irgendwie wirklich was zu regeln versuchen ... ) und geniessen die Monastery wie eine Oase inmitten der Stadt. Zeitsprung ... inzwischen zeigt der Kalender den 30. Mai: wir hatten fantastische Tage inmitten der Mongolei! Ausser Lisa und Freek hatten wir Begleitung von Bairaa (Dolmetscher), Soko (sie hat fuer uns gekocht) und Khanang (eigentlich Fahrer, aber auch Monteur, Clown, Metzger und Koch ... der Mann fuer alle Faelle). Die ersten 7 Tage waren in einem zweiten Auto vom UB Guesthouse 5 Backpacker aus London und Belgien mit uns unterwegs (Backpackerring - wir treffen Xavier von Olchon wieder). Bereits wenige Kilometer hinter Ulan Bator verlassen wir asphaltierte Strassen und koennen uns ab jetzt an die Pisten und an das Ruckeln und Tschuckern und Wackeln und halb vom Sitz fallen gewoehnen. Khanang heizt durch die Steppe - unglaublich auch, was die Wagen abkoennen. Die Rennen und Versteckspielchen, die wir regelmaessig mit dem zweiten Wagen veranstalten, gewinnt natuerlich fast immer unser Driver :-) Dazwischen Pausen fuer Lunch, Rauchen, PP und Highlights auf unserer Strecke. Apropos Pinkelpause: waehrend fuer die Herren der Schoepfung nur wichtig ist, die Windrichtung zu bestimmen, ist es fuer uns Maedels jedesmal eine neue Experience ... Steppe soweit das Auge reicht. Mit Glueck in einiger Entfernung ein Strauch oder eine kleine Erhebung und dann heisst es laufen :-) Die Naechte verbringen wir jede Nacht in einer Jurte. Es ist anzunehmen, dass dieses Haus und Heim nomadisierender Voelker auf eine 2000jaehrige Entwicklungsgeschicht zurueck blickt. Oft haben haben die Familien Jurten fuer Gaeste aufgestellt; machnmal haben wir auch das Glueck und duerfen in einem Ger der Familie schlafen. Die Traditionen und Mentalitaet der Araten (die mongol. Nomaden) gefaellt uns. Es ist echt beeindruckend zu sehen, wie diese Menschen leben und sich offensichtlich in jeder Situation mit den einfachsten Mitteln zu helfen wissen. Allerdings ist das Leben, wenn es auf einen Besuch auch romantisch erscheint, hart und entbehrungsreich. Fliessend Wasser gibt es natuerlich nicht, Toiletten sind Bodenloecher hinter einer Schutzwand in einiger Entfernung zum Ger, die Temperaturen zwischen den JAhreszeiten schwanken extrem (im Sommer wird es extrem heiss und im Winter koennen die Temperaturen unter Umstaenden auf minus 50 Grad fallen). Leben udn Wohlstand der Artaen ist vom Wohl der Tiere abhaengig udn das wiederum vom Wetter udn der Natur. Der letzte Winter zum Beispiel war extrem hart und lange kalt - ca. 10% der ingesamt 60 bis 70 Millionen Tiere starben, da sie unter Schnee und im zugefrorenen Boden nicht ausreichend Futter fanden. Die Kadaver und Knochen sehen wir ueberall. Die Ahnen Dschingis Khans, die heute allerdings ehger auf motorisaierten Pferden unterwegs sind, finden wir gastfreundlich und sehr aufgeschlossen. Wir geniessen es, die Braeuche der Araten zu erleben, mongolische Spiele kennen zu lernen und Geschichten ueber Schmanismus zu hoeren. Lisa und ich reiten auf einem Kamel durch die Gobi, auf dem Pferderuecken erleben wir einen Teil des Orkhonvalley, wir koennen beim Kamelmelken zu sehen, an einem Brunnen mitten in der Steppe versorgt Mark durstige Tiere mit Wasser und ich habe das Glueck, einer Familie beim Aufbau des Gers etwas helfen zu koennen. Die Araten ziehen mindestens zu jeder Jahreszeit an eine andere Stelle um - das heisst also Gers abbauen, weiter ziehen neu aufbauen. Unvorstellbar fuer uns! Wir sehen Kamelherden, Schafe und Ziegen, Adler und Bussarde, kleine Geckos und Murmeltiere, spaeter Yaks und Kuehe. Nach der Haelfte der Zeit erreichen wir die groessten Sandduenen in Honggorin Else. Unbeschreiblich! Wir kullern uns die Sandberge hinunter und lassen usn vom peitschenden Wind Akupunktur verpassen. Danach erleben wir, wie aus Peter Simon, the Goat ein n Hod Bhogd zubereitet wird ... Peter Simon, the Goat, wird fuer unser Dinner geschlachtet, ausgenommen, das Fleisch wird in einer grossen Kanne abwechselnd mit heissen Steinen udn Gemuese und Krautern geschichtet und dann auf ein Feuer gestellt. Damit wird das Fleisch von innen udn aussen gleichmaessig gegart. Ein Hoehepunkt ganz anderer Natur sind die oeffentlichen Duschen , die wir alle drei Tage in einer groesseren Stadt aufsuchen. Bereits am ersten Tag hatten wir durch Zufall Glueck, ein oertliches Naadam-Fest erleben zu koennen. Die Wettkaempfe waren zwar fast beendet, aber allein die Mongolen zu beobachten war ein Vergnuegen. Nach der Gobi und Steppe, erleben wir ein gruenes Tal mit einem Wasserfall, am Fluss grasenden Pferden und schoenen Bergen. Schade, dass wir nicht mehr Zeit fuer die Mongolei haben. Das Land und seine Menschen sind echt beeindruckend. Nach einer letzten Nacht in UB starten wir also am 30. in Richtung Peking - neues Land, neue Menschen, neue Eindruecke. Wollen mit Lisa und freek zusammen ein Hostel suchen... | ||
| Bejing | ||
| So, 06.06.2010 07:35 | Bejing | |
| sind jetzt seit sieben tagen in bejing, haben uns gerade fahrraeder ausgeliehen und schauen uns die alten viertel (hutongs) der stadt an. haben die verbotene stadt befreit, die pforten geoeffnet und ist jetzt nicht mehr forbidden, haben vorgestern eine laengere wanderung auf der insgesamt 6000 km langen mauer vollzogen (nur 10 km) aber unglaublich beeindruckendes bauwerk in einer grandiosen landschaft. haben uns ein teilstueck ausgesucht welches nicht touristisch ist.
| ||
| Doswidanja Russland | ||
| Di, 18.05.2010 10:16 | Russland | |
| Unsere Zeit in Russland ist schon fast vorbei ... Moskau - ein kleines Land fuer sich, dann vom Zugfenster aus Blick auf weite Steppe, Birkenwaelder und kleine russische Doerfchen, das "Paris des Ostens" finden wir in Irkutsk und eine unglaublich fantastische Landschaft am Baikalsee. Wenn wir heute abend wieder in der Transsib sind nehmen wir viele Eindruecke mit.
Auch die russische Kultur konnten wir etwas kennen lernen: its mens world ;-) die meisten Frauen sehen aus wie aus dem Katalog - schlank, chic gestylt und hochhackig mit Pfennigabsaetzen selbst am Strand unterwegs. An jeder Ecke gibt es Цветы zu kaufen - Blumen. Anfangs wundern wir uns, wenn wir Russen knabbernd mit Spucktueten in der Hand sehen - Sonnenblumenkerne! Guenstig, lecker und als Beschaeftigung gar nicht zu verachten. Auf den Strassen gibt es an jeder Ecke Kwas zu kaufen ... das ist ein Getraenk aus vergorenem Brot - klingt nicht so gut wie es schmeckt und kostet als halber Liter nur 16 Rubel (das sind nicht mal 50 Cent). Gewoehnungsbeduerftig: auf der Toilette wird Papier grundsaetzlich nicht in die Toiletten geworfen sondern in Eimer daneben! Gewissermassen ist es auch eine kleine Zeitreise - zumindest fuer Kinder aus der ehemaligen DDR ;-) Es gibt hier vieles, was es frueher dort auch gegeben hat ... grosse Schleifen in den Haaren der Kinder, Pioniere, die Lieder, Hand geben zur Begruessung, Schuhe ausziehen beim Betreten einer Wohnung ... sogar ein Milchpulver, dass wie Babysan schmeckt ;-) Morgen werden wir dann die russisch-mongolische Grenze passieren. Haben von anderen Travellern schon gehoert, dass wir auf jeder Seite 5 Stunden Wartezeit einplanen koennen. Und uebermorgen sind wir dann in Ulan-Bator... | ||
| Listwkjanka | ||
| Sa, 15.05.2010 14:27 | Russland | |
| noch in Russland die letzten Tage.. sind im Moment an dem Ausflugsort der Russen... ein kleines Fischerdorf am Baikalsee... dort sind die Anfaenge des Baikaltrails, welchen wir uns heute mal angeschaut haben, fuer den ganzen weg braucht man 2 wochen, haben aber leider nur 2 tage ... werden morgen mit der faehre nach port baikal und an den schienen der alten baikalbahn langlaufen.... mit den foddos gestaltet sich etwas kompliziert... aber wir werden euch auf dem laufenden halten..und hoffend dass wir die infos mal mit bildern untermalen koennen ... (katja hat den falschen uebertragungskabel mit, aber nicht an das problem denken sondern an die loesung :-)) | ||
| Perle Sibiriens - und wir mittendrin | ||
| Do, 13.05.2010 10:15 | Russland | |
| Sdrastwuitje
Sind nun seit 2 Tagen in Chuschir auf der Insel Olchon. Schon die Fahrt hierher war ein Abenteuer ... mal wieder allein unter Russen. Der See - oder eigentlich das Meer - ist tatsaechlich noch zugefroren. Sind mit einem kleinen Eisbrecher auf die Insel gekommen und jetzt in dem 1400-Seelen-Ort bei Nikita. Er hat hier ein kleines Traveller-Dorf aufgebaut, erinnert fast an eine Kommune. Schlafen in Holzhuetten ohne fliessend Wasser ... dafuer urgemuetlich. Die Huetten sehen aus wie in den russischen Maerchen. Auch Banja haben wir gestern getestet ... ist eine russische Sauna - statt Duschen kann man den Dreck hier ausschwitzen ;-) Und Essen inclusive: jeden Tag OMOUL, Fisch aus dem Baikal - mal gekocht, mal gebraten, mal in der Suppe! Aber lecker!!! Die Landschaft ist echt atemberaubend - und kalt, sibirisch koennte man sagen. Thorsten, deine Muetze ist schon zum Einsatz gekommen. Sind jedenfalls echt begeistert von der Perle Sibierens. Hoffentlich koennen wir bald mal einige Fotos hochladen (Verbindung hier ist viel zu langsam). Morgen fahren wir zurueck nach Irkutsk und versuchen dann nach Listwjanka weiter zu kommen - fuer eine andere Perspektive auf den See. Vielen Dank fuer Eure Glueckwuensche!! War tatsaechlich ein besonderer Geburtstag :-) | ||
| Irkutsk | ||
| So, 09.05.2010 09:42 | Russland | |
| sind heute morgen sehr frueh am baikalsee angekommen, und der sonnengott begleitet uns auf unserer reise... der riesensee ist noch zum teil zugefroren.... echt eine beeindruckende stadt mit vielen gesichtern.... essen ist gewoehnungsbeduerftig, aber schmeckt, nur der magen weiss noch nicht genau damit umzugehen... noch sind wir illegal in russland, weil haben noch keine registrierung... naja, kuemmern wir uns bezeiten drum... morgen noch ein tag in irkutsk, danach moechten wir ohne fliessend wasser ein paar tage auf der insel olchon verbringen und danach ein stueck des neu aufgelegten baikaltrails wanden , denken so zwei tage... und ein tipp huetet euch vor geraeucherten fisch... hehe ... | ||
| Mockba.. oder moskwa ehhh moskau | ||
| Di, 04.05.2010 18:56 | Russland | |
| Sind heute (04.05.2010) nach einer langen. lustigen und erlebnisreichen bahnfahrt in moskau angekommen... und haben uns heute den roten platz, kreml, und das ding mit den zwiebeltuermen angeschaut... und durften die vorbereitungen yum 65. Tag des Sieges beobachten.... als begruessungskomitee, hat sich putin die muehe gemacht, hubschrauber, duesenjaeger, knapp ueber die stadt fliegen zu lassen, eindrucksvoll und nett... îäëàðî ø àøùî ïøùî øìîùõâéöôû öôÿ÷âôû hmh, komische tastatur hier /// foddos folgen, viele gruesse in die heimat von katja & mark | ||
| D-A-A-A-N-K-E | ||
| Mo, 12.04.2010 21:25 | Übrigens | |
| Vielen Dank für die tolle Party am Samstag ... wir fanden es klasse!!! Schön, dass Ihr da wart. Wir werden Euch vermissen (auch die, die nicht da waren ;-))
| ||
| Countdown | ||
| Mi, 27.01.2010 20:39 | Übrigens | |
| Keine 50 Tage mehr!!!;-))
keine 40 mehr! | ||
| Freunde | ||
| Do, 10.12.09 08:35 | Zitate | |
| An die Freunde
Wieder einmal ausgeflogen, Wieder einmal heimgekehrt; Fand ich doch die alten Freunde Und die Herzen unversehrt. Wird uns wieder wohl vereinen Frischer Ost und frischer West? Auch die losesten der Vögel Tragen allgemach zu Nest. Immer schwerer wird das Päckchen, Kaum noch trägt es sich allein; Und in immer engre Fesseln Schlinget uns die Heimat ein. Und an seines Hauses Schwelle Wird ein jeder fest gebannt; Aber Liebesfäden spinnen Heimlich sich von Land zu Land. Theodor Storm (1817 - 1888) | ||
| Reisen | ||
| Do, 03.12.09 17:00 | Zitate | |
| Die Menschen machen weite Reise um zu staunen:
über die Höhe der Berge, über riesige Wellen des Meeres, über die Länge der Flüsse, über die Weite des Ozeans, und über die Kreisbewegung der Sterne. An sich selbst aber gehen sie vorbei, ohne zu staunen. Aurelius Augustinus (354 - 430) | ||